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Ein Plädoyer fürs Ehrenamt und die Probleme der Schnittstellen im fragmentierten österreichischen Gesundheitssystem

Autorenbild: Initiative Schmerz e.V.
Initiative Schmerz e.V.
vor 23 Stunden
3 Min. Lesezeit
Ein Plädoyer fürs Ehrenamt (created with gemini)


„Warum engagierst du dich ehrenamtlich? Ohne Return on Investment, ohne fette Vortragshonorare oder sonstige Einnahmen?“

Diese Frage wird mir immer wieder gestellt. Und in einer Zeit, in der sich gefühlt alles um Performance, Selbstdarstellung und individuelle Verdienstmöglichkeiten dreht, fühlt man sich mit einem ehrenamtlichen Engagement manchmal tatsächlich wie eine Außerirdische.

Ganz ehrlich: Zeitweise werde ich bei dieser Frage innerlich fast etwas wütend. Warum? Weil ich es falsch finde, mich für etwas rechtfertigen zu müssen, das für mich eine Selbstverständlichkeit darstellt.


Die Realität im österreichischen Gesundheitssystem

Wir erleben täglich ein Gesundheitssystem, in dem sich Patient:innen bei kassenärztlichen Dienstleistungen zunehmend unzureichend beraten fühlen. Auf der anderen Seite muss immer tiefer in die eigene Tasche gegriffen werden, um sich die notwendige Zeit im privatärztlichen Bereich überhaupt kaufen zu können.

Ich arbeite direkt an der Basis – aus der Praxis für die Praxis. Dabei sehe ich Tag für Tag Missstände, die gesundheitspolitische Entscheidungsträger oder Gesundheitsmanager im Alltag vielleicht nie so hautnah erleben:


  • Verlorene Patient:innen: An den Schnittstellen des fragmentierten österreichischen Gesundheitssystem – zwischen Bund, Ländern und Gemeinden – gehen Menschen schlichtweg verloren.

  • Mangelnde Koordination: Es entstehen enorme Leerläufe, weil es an persönlichem Networking fehlt, um Patient:innen direkt und lückenlos an die nächste richtige Behandlungsstelle weiterzuleiten.

  • Teure Effizienzverluste: Es ist kein Geheimnis, dass die Zusammenarbeit diverser Stellen in diesem teuren System oft unzureichend funktioniert.


Handeln statt Achselzucken

Zusammen mit der Psychotherapeutin Birgit Adrario habe ich beschlossen, nicht mehr nur zuzusehen. Wir haben erlebt, wie sehr die Interdisziplinarität bei der Optimierung von Patient:innenwegen völlig neue Perspektiven eröffnet. Unser Ziel: Einen konkreten Beitrag zur Verbesserung der Versorgung zu leisten.

Damit wir rasch und unbürokratisch Entscheidungen treffen können, führen wir unsere Initiative bewusst als schlanken Zwei-Personen-Verein. Was wir innerhalb von drei Jahren geschafft haben:


  1. Eine unabhängige Hauptplattform (Schmerzlinks.at): Frei von wirtschaftlichen oder politischen Interessen stellen wir kassenärztliche Anlaufstellen, Psychotherapie auf Krankenkasse und patientenfreundliches Informationsmaterial bereit.

  2. Spezialisierte Unterseiten: Zur besseren Navigierbarkeit bieten wir gezielte Anlaufstellen unter Migräne.info und Nervenschmerz.info, um Betroffenen ohne Umwege die passenden Informationen zu liefern.


Meine Bitte an Sie: Bieten Sie Unterstützung statt Fragen

Wenn wir uns das nächste Mal treffen, fragen Sie mich bitte nicht, warum ich ehrenamtlich arbeite. Fragen Sie mich lieber: „Wie kann ich helfen?“

Die Antwort ist denkbar einfach: Nutzen Sie die Schmerzlinks als gemeinsame Informationsquelle. Empfehlen und teilen Sie unsere Plattformen mit Ihren Patientinnen und Patienten. Damit leisten Sie bereits den wichtigsten Beitrag überhaupt! Sie geben Betroffenen verlässliches und wissenschaftlich fundiertes Fachwissen an die Hand – Informationen, die sie selbst auf ChatGPT niemals finden würden, weil es dafür viel zu spezifische Fragestellungen benötigen würde.


Einladung zum Netzwerkevent: „Kopfschmerzen unplugged“

Networking und der persönliche Austausch verkürzen Wege. Wenn man sich persönlich kennt, lassen sich Bedingungen für Überweisungen, echte Wartezeiten und verfügbare Kapazitäten viel einfacher klären.

Deshalb widmen wir unser nächstes Netzwerkevent dem Schwerpunkt Kopfschmerzen:


  • 1 Million Menschen in Österreich leiden an Migräne.

  • Nur 8 % von ihnen erhalten eine spezifische Migränetherapie.


Lassen Sie uns gemeinsam darüber sprechen und nicht länger die Achseln zucken mit dem Vorurteil, es handle sich hierbei bloß um eine „Frauenkrankheit“.

📌 Eckdaten zum Event:


  • Event: Netzwerkevent „Kopfschmerzen unplugged“

  • Wann: 5. November 2026

  • Wo: Jugendstil-Hörsaal des AKH (Campus Altes AKH / Campus der Universität Wien)

  • Anmeldung: schmerzlinks.at/veranstaltungen


Helfen Sie als Angehörige und Angehöriger der Gesundheitsberufe mit, Patientinnenwege spürbar zu verkürzen. Ich freue mich sehr darauf, Sie am 5. November persönlich zu begrüßen!

Herzliche Grüße,

Catherine Chaput


 
 
 

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